In dieser Grundriss Show geht es um ein außergewöhnliches Entwurfsprojekt an einem See in Brandenburg. Anders als bei klassischen Grundrissen steht hier ein offener Innenhof im Zentrum des Hauses, das sich zur Straße komplett verschließt und zum Wasser vollständig öffnet. Es handelt sich um einen frühen Planungsstand, bei dem noch einige Details in der Diskussion mit dem Bauherrn sind.
Zusammenfassung
Der Architekt erläutert zunächst die besondere Grundstückssituation. Das rund 25 mal 60 Meter große Grundstück liegt mit der Straßenseite im Norden und der Seeseite im Südwesten, wobei ein direkter Zugang zum rund vier Meter tiefer liegenden See besteht. Trotz vorgeschriebenem Seeabstand und einer begrenzten Grundflächenzahl konnte das Baufenster in der Länge vollständig ausgenutzt werden, während bei der Breite noch etwas Spielraum bestand.
Zentrales gestalterisches Element ist ein offener, dreigeschossiger Innenhof, der komplett unüberdacht ist und als grüne Oase mit Bambus und Moosbepflanzung gedacht ist. Das Haus wird über einen offenen Carport erschlossen, wobei der eigentliche Hauseingang bewusst versteckt gegenüber dieses Innenhofs liegt. Bemerkenswert ist, dass zur Straße hin kein einziges Fenster vorgesehen ist, wodurch das Haus dort komplett geschlossen wirkt, während es sich zur Seeseite vollständig öffnet. Von einem erhöhten Holzdeck aus gelangt man durch einen über drei Meter breiten, offenen Eingang direkt in den Innenhof-Bereich, von dem aus sich sämtliche Blickachsen durch Küche, Essbereich und Wohnzimmer bis zum Wasser ziehen.
Konstruktiv handelt es sich um eine Betonstruktur mit einer Vorhangfassade aus Blech in Messingfarben, in die auch die Jalousieanlage integriert ist. Erd- und Dachgeschoss werden durch feine Fugen optisch voneinander getrennt. Der Wohnbereich verfügt über eine runde Terrasse, von der eine Brücke Licht bis ins darunterliegende Gartengeschoss bringt.
Im Dachgeschoss ist noch in Diskussion, wie Schlafzimmer, Ankleide und Bad genau zueinander angeordnet werden, wobei überlegt wird, die Badewanne in einen Erker mit Wasserblick zu stellen und durchgängig raumhohe Schiebetüren statt fester Türen zu verwenden. Auch hier bleibt die Straßenseite komplett fensterlos, während sich der Bereich zum Innenhof öffnet. Im Gartengeschoss, das ebenerdig fast bis zum Wasser reicht, sind neben einem Technikraum eine großzügige Sauna mit Dampfbad, ein Whirlpool und ein Loungebereich mit Seeblick angedacht.
Der Bauherr, der das Haus nicht dauerhaft, sondern als Wochenend- und Ferienhaus nutzen möchte, wünschte sich explizit ein ungewöhnliches Konzept mit Atrium und viel Grün im Haus. Das Baurecht ist bereits geklärt, da in der Vergangenheit auf einem benachbarten Grundstück bereits ein anderes Haus für einen früheren Kunden realisiert wurde und das zuständige Bauamt bislang unkompliziert reagiert hat. Abschließend betont der Architekt, dass die Außenanlagen bewusst naturbelassen und wild gestaltet werden sollen, mit bestehenden Bäumen, die erhalten bleiben, um einen bewussten Kontrast zur klaren Geometrie des Hauses zu schaffen.