In dieser Grundriss Show erklärt Architekt Wolf ein Einfamilienhaus für eine vierköpfige Familie, das durch die Vorgabe der eineinhalbgeschossigen Bauweise eine besondere Herausforderung darstellt. Mit einem sehr niedrigen Kniestock und einer steilen Dachneigung zeigt er, wie sich trotz strenger Bebauungsplanvorgaben ein funktionales Raumprogramm von rund 150 Quadratmetern realisieren lässt.
Zusammenfassung
Wolf erklärt zunächst die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen. Die Vorgabe einer eineinhalbgeschossigen Bebauung ohne zweites Vollgeschoss zwingt zu einem Kniestock von einem Meter und einer Dachneigung von 42 Grad, um knapp unter der sogenannten Dreiviertelregelung zu bleiben. Diese besagt, dass die in 2,30 Meter Höhe geschnittene Grundfläche des Dachgeschosses nicht größer sein darf als drei Viertel der Fläche der Bodenplatte. Durch immer dickere Dachaufbauten aufgrund energetischer Vorgaben wird dieser Spielraum zusätzlich eingeschränkt.
Im Erdgeschoss mit rund 80 Quadratmetern auf einem schmalen Grundstück fällt vor allem die ungewöhnliche Lage der Treppe auf. Wolf bevorzugt eine gegenläufige Podesttreppe, da diese bei niedrigem Kniestock einen angenehmeren Laufrhythmus ohne Kopfstoßgefahr ermöglicht als eine geradläufige Treppe. Die Treppe liegt bewusst etwas abseits vom Wohnbereich, wird aber dennoch über kurze Wege erreicht, ohne dass eine zusätzliche Tür notwendig ist, da sie vollständig von zwei Wänden eingefasst ist. Ähnlich platzsparend wurde ein Bereich mit einer mittigen Schiebetür geplant, der je nach Bedarf als Speisekammer oder Garderobe genutzt werden kann. In der Diele wurde außerdem eine Nische mit genauen Maßen für einen vorhandenen Gästeschrank eingeplant. Beim Carport wurde bewusst die Fahrerseite zur Hauswand ausgerichtet, um Frostschutz zu gewährleisten, ein Prinzip, das Wolf auch bei Garagen empfiehlt, um kurze Wege ins Haus zu ermöglichen.
Der offene Koch, Ess und Wohnbereich ist kompakt, aber funktional gestaltet, wobei die Kücheninsel bewusst an die Außenwand gerückt wurde, um Fläche zu sparen und dennoch einen direkten Zugang zur Terrasse über ein Küchenfenster zu ermöglichen.
Im Dachgeschoss wurde bewusst auf einen engen Erschließungsflur verzichtet. Stattdessen entstand durch eine offene Galerie mit Brüstung statt Geschossdecke ein lichtdurchfluteter, luftiger Erschließungsbereich, der zugleich als Spielfläche für die Kinder dienen kann. Das Badezimmer ist bewusst quadratisch angelegt, um trotz Dachschrägen eine funktionale Aufteilung mit Doppelwaschtisch, Dusche, Badewanne und WC zu ermöglichen, wobei zusätzliche Dachflächenfenster für mehr Licht in Kinderzimmern, Bad und Ankleide sorgen. Wolf erläutert abschließend, dass ein niedrigerer Kniestock den Quadratmeterpreis erhöht, da die nutzbare Fläche gleich bleibt, aber die Baukosten durch die eingeschränkte Nutzbarkeit der Dachflächen ansteigen.