In dieser Ausgabe der Grundrissshow stellt der Architekt gemeinsam mit den Bauherren Michael und Sara den Entwurf für ein kompaktes Einfamilienhaus vor. Die Familie wünscht sich drei Kinderzimmer auf einer eigenen Etage und einen Garten, der sich auf einem nicht ganz einfachen Hanggrundstück gut nutzen lässt. Im Gespräch wird deutlich, wie aus einem älteren Bebauungsplan und engen Rahmenbedingungen ein durchdachtes Zuhause für fünf Personen entsteht.
Zusammenfassung
Der Architekt erläutert zunächst die Ausgangslage. Das Grundstück liegt an einem Hang, hinten steigt das Gelände an, vorne fällt es zur Straße hin ab, weshalb sich die Bebauung auf die Südseite konzentriert. Statt eines langgezogenen Baukörpers wählt er eine kompaktere, etwas breitere Form, die an eine Doppelhaushälfte erinnert und auf der Südseite viel Platz für Garten und Terrasse freilässt. Sein Leitgedanke ist, die Ressource Grundstück bewusst zu nutzen und trotz kompakter Bauweise viel Wohnfläche herauszuholen.
Im Untergeschoss beschreibt er eine große Garage, einen Dielenbereich mit Schleuse, Technik und Hauswirtschaftsraum sowie ein zusätzliches Zimmer, das als Arbeits oder Gästezimmer dienen kann. Die offene Treppe signalisiert bereits den Übergang zum Wohnbereich. Weil das Haus über einen ebenerdigen Zugang verfügt, spart man sich im Erdgeschoss Verkehrsfläche und gewinnt Raum für ein Elternschlafzimmer mit eigenem Bad. Dazu kommt ein sehr großer Wohn und Kochbereich mit guter Belichtung nach Südwesten und Südosten. Das Erdgeschoss umfasst rund 78 Quadratmeter, das Obergeschoss etwa 60, zusammen also knapp 140 Quadratmeter Wohnfläche, was für eine fünfköpfige Familie mit Hund bemerkenswert kompakt bleibt.
Ein wiederkehrendes Thema ist Flexibilität. Der Architekt betont, dass Häuser in der Nutzung weicher seien als oft gedacht. Werden Zimmer so vorbereitet, dass an jeder Wand eine Steckdose sitzt, lassen sie sich später frei als Schlaf, Kinder oder Arbeitszimmer nutzen. Deshalb trägt die Kinderetage neutrale Bezeichnungen und bietet ausgewogene Raumgrößen sowie eine lichtdurchflutete Galerie als Spielbereich.
Er macht außerdem deutlich, dass Planung ein Prozess ist. Der erste Entwurf erfülle meist den Großteil der Wünsche, danach folgen kleinere Anpassungen wie Verglasungen, Dachfenster oder ein Abstellraum, während die Grundstruktur erhalten bleibt. Ein größerer Teil des Gesprächs widmet sich veralteten Bebauungsplänen. Da heutige Bauteile dicker sind und Geschosshöhen gestiegen sind, brauche es häufig Befreiungen. Als Argument nennt er sparsamen Flächenverbrauch und den Erhalt von Grün. Zum Abschluss zeigt er Schnitt und Ansichten und hebt die klare Giebelarchitektur sowie die symmetrische Anordnung der Fenster hervor.