Baulinie

Besitzer eines Grundstücks dürfen leider nicht bauen, was und wo sie wollen. Die Bebauung der Grundstücksfläche folgt hierbei klaren Vorgaben. Diese Vorgaben sind im Bebauungsplan des jeweiligen Grundstücks klar festgehalten. Dabei geht es nicht nur um die Art des Gebäudes, sondern auch um die Größe der verbauten Fläche und wo sich das Haus auf dem Grundstück befinden darf. Im Folgenden erläutern wir, wie wichtig Baulinien für das eigene Vorhaben sind.

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Was ist eine Baulinie?

Die Baulinie wird sehr oft auch als Fluchtlinie bezeichnet. Im Bebauungsplan ist sie als rote Linie dargestellt. Wurde eine solche Baulinie festgesetzt, bedeutet des laut § 23 Absatz 2 BauNVO, dass direkt auf dieser Linie gebaut werden muss. Das Vor- oder Zurücktreten von Gebäudeteilen in geringfügigem Ausmaß kann nach Ermessen zugelassen werden. Im Bebauungsplan können bestimmte Ausnahmen nach Art und Umfang vorgesehen sein. Dies bedeutet, dass Eigentümer bei einem Grundstück mit einer Fluchtlinie grundsätzlich keinen Entscheidungsspielraum haben. Es muss immer bis an die Baulinie heran gebaut werden, ein dahinter zurückbleiben von Gebäudeteilen ist nicht möglich.

Gründe für Baulinien

Mit einer Baulinie soll eine durchgehende Häuserflucht an einer Straßenseite oder ein gleichbleibendes Siedlungsbild erzielt werden. Allerdings werden nicht für jede Grundstücksfläche Baulinien vorgegeben. Ältere Bezeichnungen für die Baulinie sind auch Bauflucht oder Baukante.

Baulinie, Baugrenze und Grundstücksgrenze – Wo liegt der Unterschied?

Für den Laien sind Begriffe wie Baugrenzen, Baulinien oder auch die Grundstücksgrenze oft nur schwer auseinanderzuhalten. Informationen dazu geben Bauämter und Behörden, die sich mit Baurecht auskennen.

Baulinie

Die Baulinie erlaubt keinerlei Abweichung und darf nicht mit dem Begriff der Baugrenze verwechselt werden. Es besteht eine absolute Notwendigkeit, Gebäude bis direkt an die Baulinie zu bauen.

Baugrenze

Mit der Baugrenze wird eine genau festgelegte Grenze beschrieben. Die Baugrenze darf bei der Bebauung nicht überschritten werden. Jedoch muss das Gebäude nicht bis an die Baugrenze reichen. Je nach Bebauungsplan können auf der Grundstücksfläche Baugrenzen in Kombination mit der Baukante verwendet werden.

Grundstücksgrenze

Die Grundstücksgrenze gibt exakt an, wie groß die Grundstücksfläche ist. Direkt an der Grenze beginnt somit das Grundstück des jeweiligen Nachbarn. Beim Planen eines Bauvorhabens muss diese Fläche exakt eingehalten und nicht mit Gebäuden überbaut werden.

Welche Bedeutung hat eine Baulinie für Ihr Bauvorhaben?

Die Linie ist elementarer Bestandteil eines Bebauungsplans. Damit wird festgelegt, welcher Teil des Grundstücks in welcher Art und Weise gemäß den entsprechenden Bauvorschriften mit Gebäuden bebaut werden darf.

Dabei können die Baugrenzen der Grundstücksfläche durch die Baulinien beschränkt sein, was meistens als überbaubare Grundstücksfläche bezeichnet wird. Mit überbaubare Grundstücksfläche wird angegeben, wie weit die Fläche ab der erschließenden Straße nach hinten mit einem Gebäude bebaut werden darf. Dabei gilt zu beachten, dass eine Wand immer auf der Baulinie stehen muss. Solche Eingrenzungen erfolgen bewusst, denn sie ermöglichen die planerische Positionierung von Häusern.

Welche Folgen hat die Verletzung einer Baulinie oder Baugrenze?

Erfüllt das Bauvorhaben des Eigentümers nicht die Vorgaben zur Baugrenze und anderen Punkten aus dem Bebauungsplan, kann dies zu gravierenden rechtlichen Konsequenzen führen, die wiederum sehr hohe Kosten nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall kann juristisch erzwungen werden, dass der Rückbau eines Gebäudes zu erfolgen hat.

Aus diesem Grund ist es ratsam, sich vor der Planung eines Bauvorhabens umfassend zu den rechtlichen Bedingungen wie Baugrenze und Co. zu informieren. Es lohnt sich auch eine Beratung durch einen Fachanwalt für Baurecht.

Fazit zur Baulinie

Jeder Bauherr sollte sich vor Beginn der Baumaßnahmen über die Begriffe wie Baugrenze und Co. umfassend informieren, damit es im Nachhinein nicht zu unschönen Situationen kommt. Diese kosten nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Nerven. Entsprechende Tipps gibt es bei den Bauämtern und bei Fachanwälten.

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