Erdarbeiten Hausbau

Der Kauf des Grundstückes ist abgeschlossen und der Traum des Eigenheims rückt ein Stück näher. Bevor es jedoch mit dem Bauen losgehen kann, müssen verschiedene Erdarbeiten durchgeführt werden. Wir möchten an dieser Stelle erläutern, was alles zu den Boden- und Erdarbeiten während des Hausbaus gehört und worauf Bauherren achten müssen.

Inhalt der Seite

Was gehört zu den Erdarbeiten?

Erdarbeiten beim Hausbau umfassen alle Tätigkeiten auf einem Grundstück, die nötig sind, um mit dem Hausbau zu beginnen. Welche Arbeiten notwendig sind, um die Bodenplatte anzubringen oder den Kellerbau vorzubereiten, richtet sich in erster Linie nach Art der Grundfläche für das Eigenheim. Ebenso wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Bodenbeschaffenheit.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass zum Umfang der Erdarbeiten folgende Aufgaben nötig sind:

  • Mutterboden entfernen

  • Baugrube ausheben

  • Belastbaren Untergrund erzeugen

  • Frostschürze einbauen

  • Grundstück einebnen

Tiefbau Hausbau – Ablauf

In der Regel werden diese Arbeiten von einem Tiefbauunternehmen übernommen, welches vom Bauleiter oder vom Bauträger beauftragt wird. Die folgenden Arbeiten fallen dabei an.

Bodengutachten

Mit dem Bodengutachten bekommen nicht nur die zukünftigen Hausbesitzer Gewissheit, dass auf dem Baugrundstück alles in Ordnung ist. Das Bodengutachten stellt auch einen wichtigen Nachweis zur Bodenbeschaffenheit für Statiker, Kellerbaufirma und letztendlich für das Tiefbauunternehmen dar. Anhand des Gutachtens können eventuell anfallende Mehrkosten frühzeitig erkannt werden. Mehrkosten fallen an, wenn der Boden komplett ausgetauscht werden muss, da es mit Altlasten kontaminiert ist oder nicht genügend Tragfähigkeit bietet. Insbesondere bei Schotterböden (geröllartig) oder bei sandigen Böden fehlt innerhalb des Erdreichs die Bindung (Kohäsion). Statiker können keine eindeutigen Berechnungen vornehmen. Dagegen sorgen lehmige Böden für eine gute Stabilität, können allerdings auch hochstehendes Grundwasser aufdecken. Bei Grundwasser in einer bestimmten Tiefe kann dies zu Problemen bei der Statik für den Keller führen. All dies kann mit einem Bodengutachten frühzeitig erkannt und behoben werden.

Vorbereitung

Um mit dem Bau überhaupt zu beginnen, wird eine Baustellenzufahrt benötigt. Es handelt sich in der Regel dabei um eine geschotterte Straße, die bis auf das Grundstück führt. Der Bauherr kann diese Vorbereitung in Eigenleistung übernehmen, sofern er die entsprechenden Geräte wie zum einen kleineren Bagger zur Verfügung hat. Da dies selten der Fall ist, wird das Errichten der Baustraße von dem Tiefbauunternehmen übernommen. Eventuell muss auch ein passender, verdichteter und geschotterter Kranplatz errichtet werden. Diese Aufgaben werden vom Tiefbauunternehmen erledigt.

Entfernen des Mutterbodens

Auch wenn keine Baugrube benötigt wird, muss der Mutter- bzw. Oberboden (Humusschicht) ca. 20 bis 30 cm tief abgetragen werden. Dies ist nötig, da dieses Material nicht ausreichend belastbar für den Bau des Hauses ist. Es ist sinnvoll, den Mutterboden auf dem Grundstück zwischenzulagern. Später bei der Gartengestaltung kann dieser Aushub genutzt werden, da er ausreichend Nährstoffe für Pflanzen, Bäume und Co. enthält.

Aushubarbeiten

Nach dem Abheben des Mutterbodens kommt meistens das nicht tragfähige Erdreich zum Vorschein. Je nach Gelände handelt es sich hierbei um Schluffboden oder Böden mit einem hohen Lehm- oder Tonanteil. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften eignet sich solch ein Boden nicht als Untergrund für ein Haus. Grund hierfür ist der veränderliche Wassergehalt, welcher die Tragfähigkeit beim Hausbau beeinflusst. Im schlimmsten Fall liegt ein sehr steiniger Boden (Bodenklasse 5 bis Bodenklasse 7) vor, bei dem ein Aushub nicht möglich ist. Der Bauherr muss den Boden aufsprengen lassen. In einigen Gebieten mit sehr steinigen Böden kommt dies bei den Tiefbauarbeiten regelmäßig vor.

Deponierung

Damit das Tiefbauunternehmen den Aushub zu einer Deponie bringen darf, muss bei zahlreichen Städten und Gemeinden bereits im Vorfeld eine Bodenanalyse vorgelegt werden. Mit einer solchen Bodenanalyse soll verhindert werden, dass auf den Deponien eventuelle Gefahrstoffe wie etwa Altlasten und Schwermetalle angeliefert werden. Sind solche Gefahrstoffe im Erdreich des eigenen Grundstücks zu finden, sorgen diese beim späteren Hausbesitzer für höhere Kosten bei den Erdarbeiten. Belasteter Boden muss auf eine gesonderte Deponie gebracht werden, was die Kosten für die Entsorgung des Aushubs ansteigen lässt. Im Schnitt müssen Bauherrn für die Entsorgung mit 30 bis 50 % der Kosten für anfallende Erdarbeiten für ihr Traumhaus rechnen.

Kanalisationsarbeiten

Nach Beendigung der Aushubarbeiten müssen die nötigen Grundleitungen verlegt werden. Dazu gehören die Hausanschluss- oder Wasserrohre. Sollte es vonnöten sein, wird zu diesem Zeitpunkt auch die sogenannte Frostschürze ausgehoben.

Wird ein Haus mit Keller gebaut, dann muss dafür Sorge getragen werden, dass die Bauwandgruben ausreichend gegen langanhaltenden und starken Regen abgesichert sind. Die Wände der Grube könnten ansonsten in die Baugrube zurückrutschen. Hier kann jedoch von Anfang an entgegengewirkt werden, wenn entweder Planen als Abdeckung oder Gitter als Absicherung genutzt werden.

Verfüllarbeiten

Damit der Boden tragfähig wird und so eine gewisse Standsicherheit gewährleistet werden kann, wird die sogenannte Sauberkeitsschicht aufgebracht. Diese Schicht besteht aus Kies oder Schotter unter einem Geotextil. Durch das Geotextil wird verhindert, dass sich Kies, Schotter oder Split mit dem Erdreich darunter vermischen. In den meisten Fällen wird direkt auf der Sauberkeitsschicht die Bodenplatte betoniert.

Verlegen von Hausanschlüssen

Das Haus muss nicht nur an die Kanalisation und an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Ebenso wichtig sind das Stromnetz und die Kommunikationsnetze. Üblicherweise werden diese Anschlüsse durch die Bodenplatte direkt ins Haus geführt. Dies bedeutet, dass die Arbeiten teilweise bei der Herstellung der Bodenplatte erfolgen müssen. Verantwortlich ist zu einem gewissen Teil für diese Arbeiten das Tiefbauunternehmen.

Einebnen des Grundstücks

Sobald die Erdarbeiten abgeschlossen sind, kann der Mutterboden wieder auf dem Grundstück verteilt werden. Wurde ein Haus mit Keller gebaut und bietet das Grundstück nicht ausreichend Platz für den Mutterboden, wird der überschüssige Boden durch das Tiefbauunternehmen in die Deponie gebracht oder auf anderen Grundstücken verteilt.

Wie lange dauern die Erdarbeiten?

Pauschal gibt es keine Antwort auf diese Frage. Die Dauer ist in jedem Fall abhängig von den beauftragten Arbeiten, dem Umfang der einzelnen Arbeitsschritte sowie der jeweiligen Wetterlage.

Im Schnitt können bei einem üblichen Einfamilienhaus die Erdarbeiten innerhalb von 1 bis 2 Wochen abgeschlossen sein, damit im Anschluss daran die Bodenplatte erstellt werden kann.

Sollte es jedoch zu Bodenfrost oder viel Regenkommen, behindert das die Arbeiten, denn wenn der Boden aufgeweicht ist, könnten die Baumaschinen einsinken. Im schlimmsten Fall läuft die Baugrube voll Wasser.

Was kosten die Erdarbeiten?

Die Tiefbaukosten gehören weder zu den Hauskosten, den Baunebenkosten noch zu den Kosten für Keller oder Bodenplatte. Die Kosten der Erdarbeiten sind ein eigenständiger Posten. Über die Höhe der Kosten für die Erdarbeiten kann pauschal keine Aussage getroffen werden, denn eine Reihe von Faktoren können die Kosten für die Erdarbeiten beeinflussen. Im Schnitt fallen bei einem Einfamilienhaus mit 80 bis 100 Quadratmeter überbauter Fläche Kosten von 20.000 bis 30.000 Euro an.

Im Einzelnen sind dies:

  • 5 bis 10 Euro pro m³ für die Abtragung des Oberbodens.

  • Ca. 10 Euro pro m³ für das Ausheben des Bodens. Dabei können die Kosten für den Aushub explosionsartig mit steigender Bodenklasse ansteigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Bohrungen oder auch Sprengungen während der Bodenarbeiten durchgeführt werden müssen.

  • Abhängig von Material oder regionaler Verfügbarkeit bzw. sonstiger Herausforderungen sind die Kosten für die Aufschüttungen. Hier kann mit 20 bis 30 Euro pro Tonne gerechnet werden. Für den Bau des Traumhauses können je nach Umstand dreistellige Tonnen benötigt werden.

  • 15 bis 40 Euro pro m³ für das Entsorgen von Erdmaterial. Der Preis ist abhängig von der Beschaffenheit des Materials. Muss das Erdmaterial in eine entfernte Deponie gebracht werden, da in Deponien in der Nähe kein Platz ist, fallen weite Transportwege an, was die Kosten erhöht.

Kann ich die Erdarbeiten selbst übernehmen?

Sicherlich können Bauherren die Erdarbeiten beim Hausbau in Eigenleistung übernehmen und so viel Geld einsparen. Doch ohne das entsprechende Großgerät sind die Erdarbeiten beim Hausbau nicht nur langwierig, sondern auch anstrengend.

Sollen die Arbeiten in Eigenleistung übernommen werden, dann sollte zumindest Erfahrung im Tiefbau und ein Minibagger vorhanden sein. Muss der Boden aufgeschüttet werden, dann können Bauherren sich das Material liefern lassen und anschließend mit einem Leihrüttler verdichten.

Die Erdarbeiten selbst übernehmen ist ein Problem, denn für alle Arbeiten müssen bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden. So muss beim Aufschütten des Materials die hergestellte Schicht bestimmten Belastungen standhalten. Diese Belastungen werden vom Bodengutachter vorgeschrieben und sind Grundlage für den weiteren Hausbau. Kommt es dabei zu Fehlern, dann ist das komplette Bauprojekt in Gefahr. Die Gewährleistung greift dann bei bestimmten Schäden nicht.

Letztendlich bedeutet dies, dass diese Arbeiten nur mit der entsprechenden Erfahrung selbst übernommen werden sollten.

Unser Fazit zu Erdarbeiten

Erdarbeiten gehören zu den ersten Arbeiten auf der Baustelle, bevor mit dem Hausbau begonnen werden kann. Dabei sind die Arbeiten sehr wichtig, denn sie sorgen später für die Tragfähigkeit des Hauses. Noch bevor es zum Aushub für das Fundament oder dem Setzen der Bodenplatte kommt, können die Erdarbeiten sehr hohe Kosten verursachen. Sicherlich können Bauherren die Kosten minimieren, indem sie einige Arbeiten in Eigenleistung übernehmen. Jedoch sollte hier eine gewisse Erfahrung vorhanden sein, denn sonst kann die Gewährleistung für bestimmte Schäden nicht mehr greifen.

Mehr über a better place erfahren Sie auf der Startseite

Finanzierung

Denken Sie rechtzeitig an die Finanzierbarkeit Ihres Bauvorhaben. Je nach präferierter Bauweise empfehlen wir folgende Partner, um Zinsen zu sparen:

Fertighaus-Finanzierung Logo

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert