Baustrasse

Bevor mit dem Hausbau begonnen werden kann, muss das Bauunternehmen einige Vorarbeiten leisten. Dazu gehören neben dem Baustrom und dem benötigten Wasser auch die Baustraße. Im Folgenden zeigen wir auf, worauf bei dem Thema geachtet werden muss, welche Vorteile es hat und welche Vorschriften zu erfüllen sind.

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Baustraße – Die Zufahrt zur Baustelle

Wird ein Grundstück bebaut, ist klar, dass nicht nur schwere Fahrzeuge, sondern auch Baumaschinen permanent unterwegs sind. Normale Straßen sind dafür nur wenig geeignet. Aus diesem Grund muss vor Baubeginn eine Baustraße als Grundstückszufahrt zum Baugrundstück errichtet werden. Diese Vorbereitungen fallen beim Hausbau unter die Baunebenkosten und müssen kalkuliert werden. Wird bei Baumaßnahmen rund um den Hausbau auf eine Baustraße verzichtet und kommt es dadurch zu Schäden an Rad- oder Gehwegen, ist der Bauherr dafür voll haftbar zu machen.

Wofür braucht man eine Baustraße?

Mittels der Baustraße wird sichergestellt, dass sowohl Baufahrzeuge als auch Zulieferer von Steinen, Beton, Kies und anderen Baumaterialien die Baustelle ohne Probleme erreichen können.

Wer genehmigt die Baustellenzufahrt?

Grundsätzlich verantwortlich für eine gesicherte Zufahrt zur Baustelle ist der Bauherr. Er muss bei zuständigen Behörden den Bau einer solchen Zufahrt beantragen. Befindet sich die Grundstückszufahrt im öffentlichen Verkehrsbereich, ist für die Genehmigung das Straßen- und Tiefbauamt der Gemeinde zuständig.

Die Genehmigung des Antrags nimmt einige Zeit in Anspruch. Aus diesem Grunde sollte dieser rechtzeitig vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden. Dies gilt vor allen Dingen, wenn andere Straßen zeitweise aufgrund der Errichtung der Baustraße gesperrt werden müssen. Vor Genehmigung des Antrags wird eine Begehung durch die Mitarbeiter des Straßen- und Tiefbauamts durchgeführt. Dieser Aufwand muss ebenfalls vom Bauherrn gezahlt werden.

Je nach Bundesland läuft die Genehmigung und der daraus resultierende Antrag unterschiedlich ab. Einzelheiten darüber gibt die jeweils zuständige Behörde.

Welche Auflagen müssen erfüllt werden?

Ebenfalls je nach Bundesland können sich die Einzelheiten zum Antrag sowie mögliche Auflagen unterscheiden.

Eine der möglichen Auflagen könnte sein, dass die Zufahrt zu den Baustellen und zum Grundstück täglich gereinigt werden muss. Dies gilt vor allen Dingen dann, wenn die Baustraße extrem verschmutzt wurde.

Sollen während der Bauphase Material und ähnliches auf dem kommunalen Bereich gelagert werden, muss dafür ebenfalls eine Genehmigung zur Sondernutzung beantragt werden.

Eine weitere Auflage könnte sein, dass die Baustraße schnellstens nach Beendigung der Bauarbeiten rund um den Hausbau wieder zurückgebaut werden muss.

In jedem Fall ist darauf zu achten, dass der restliche Verkehr, während der Arbeiten rund um die Baustraße und um das Grundstück frei fließen kann.

Wie wird die Zufahrt gesichert?

Damit nicht nur die Arbeiter der Baustelle, sondern auch Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer geschützt sind, müssen Baustraßen und deren Zufahrt abgesichert werden.

Je nach Situation kommen Leitbaken, Leitschwellen, Leitborde, Leitwände, Verkehrsleitkegel, Absperrgitter oder ein Bauzaun zum Einsatz. Damit die Baustraßen auch bei Dunkelheit für Passanten und andere Verkehrsteilnehmer gut ersichtlich sind, muss eine Warnbeleuchtung auf die Gefahrenstelle hinweisen.

Dokumentation der Zufahrt

Der Bauherr ist für alle Schäden auf öffentlichen Wegen und Straßen verantwortlich, die von den schweren Fahrzeugen bei der Zufahrt zur Baustelle verursacht werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass vor Baubeginn alle Wege und Straßen in der Umgebung mittels Fotos dokumentiert werden. Diese Dokumentation ist auch nach Abschluss der Bauarbeiten wichtig. So kann jederzeit nachgewiesen werden, ob eventuelle Schäden an Straßen, auf dem Gehwegpflaster oder an anderen kommunalen Einrichtungen durch die Baustelle verursacht wurden und der Bauherr dafür haftbar gemacht werden kann.

Beschilderung

Mit dem Verkehrsschild „Baustellenzufahrt 1006-33“ wird die Zufahrt zu einer Baustelle gekennzeichnet. Werden Baustraße und Zufahrt von einem Unternehmen errichtet, dann kümmert sich in der Regel auch dieses Unternehmen um die korrekte Beschilderung.

Baustraße errichten

Damit eine Zufahrt zur Baustelle auch als Baustraße genutzt werden kann, müssen einige Dinge beachtet werden.

Wie breit muss eine Zufahrt sein?

Für die Zufahrt zum Baugrundstück wird keine bestimmte Breite vorgeschrieben. Allerdings ist es ratsam darauf zu achten, dass die Breite zu den Abmessungen der Baufahrzeuge passt.

Haben Fahrzeuge ohne Spiegel eine Breite von 2,55 Meter, benötigen sie einen Kurvenradius von bis zu 4 Metern.

Was kostet das Herstellen einer Baustraße?

Neben den Kosten für den Antrag der Baustraße müssen vom Bauherrn auch die Kosten für die Herstellung der Straße, den Unterbau sowie das Aufstellen der nötigen Schilder gezahlt werden. Ist eine Begehung durch das Amt nötig, ist hier mit Kosten von 15 bis 20 Euro zu rechnen.

Zu den weiteren Kosten für die Baustraße zählen:

  • Abtrag des Mutterbodens – ca. 2 bis 3 Euro pro Quadratmeter

  • Aufbringen von Sand und/oder Schotter – ca. 8 bis 10 Euro pro Quadratmeter

  • Befestigung des Randes – ca. 4 – 6 Euro pro Quadratmeter

  • Antrag auf eine zeitweilige Sperrung der Straße – ca. 100 bis 150 Euro

  • Rückbau der Zufahrt – je nach Aufwand

Muss eine tragfähige Baustraße errichtet werden, wird dies deutlich teurer, da ein solider Untergrund erforderlich ist. Hier ist mit Kosten von ca. 150 Euro pro laufende Meter zu rechnen. Solche Straßen können nach dem Verdichten auch von schweren Baumaschinen befahren werden.

Die Kosten für die Baustraße können nicht pauschal beziffert werden, da diese sich nach den örtlichen Gegebenheiten sowie nach dem benötigten Material richten. Muss eine Zufahrt zum Baugrundstück neu angelegt werden, können Kosten von 700 bis 1.000 Euro entstehen.

Kosten sparen – So funktioniert es

Bei einer Baustraße lassen sich Kosten sparen, wenn der Bauherr von Anfang an sinnvoll plant. Dies bedeutet, dass das Fundament der Baustraße als Unterbau für die spätere Zufahrt genutzt werden kann. In diesem Fall muss die Baustraße den gleichen Verlauf haben, wie später die Grundstückszufahrt. Dies ist jedoch nicht immer möglich.

Kosten lassen sich auch einsparen, wenn das Material (Schotter) an anderer Stelle wieder genutzt werden kann, zum Beispiel zum Anlegen von Gartenwegen und dergleichen. Der Schotter muss beim Rückbau der Baustraße nur entsprechend verlagert werden.

Wer haftet bei Schäden?

Kommt es zu Schäden an öffentlichen Straßen und anderen kommunalen Einrichtungen, haftet der Bauherr dafür.

Fazit zur Baustrasse

Die Baustraße ist bei Bauarbeiten ebenso elementar wie Bauwasser oder Baustrom. Der Bauherr ist für die Errichtung verantwortlich, kann diese Aufgabe jedoch auch an das Bauunternehmen abtreten. Diese sorgen für die fachgerechte Errichtung, die Absicherung und auch am Ende der Bauarbeiten wieder für den Rückbau.

Auf keinen Fall ist es ratsam, auf eine Baustraße zu verzichten, um Kosten zu sparen. Eine eventuelle Bergung eines vollbeladenen Fahrzeugs ist nicht nur aufwendig, sondern auch sehr kostspielig. Die Einsparung lohnt auf keinen Fall, eher ist es ein Sparen am falschen Ende.

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