Werkplanung

Die Werkplanung wird sehr oft auch als Ausführungsplanung bezeichnet. Weder beim Umbau eines Gebäudes noch beim Neubau darf die wichtige Leistungsphase 5 fehlen. Im folgenden Ratgeber versuchen wir Fragen zum Thema zu beantworten.

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Was ist eine Werkplanung?

Die Werkplanung enthält alle Angaben, die zum Bau oder zum Umbau eines Gebäudes nötig sind. Sobald die Informationen zur Statik, dem Wärmeschutz, dem Brandschutz und der Haustechnik vorliegen, kann von einem Fachplaner (Architekten, Bauingenieur oder Statiker) die Ausführungsplanung vorgenommen werden. So kann im Anschluss daran Ausführung vom Bauvorhaben ohne nennenswerte Schwierigkeiten abgewickelt werden.

Warum ist eine Werkplanung wichtig?

Die Werkplanung ist nach der Genehmigungsplanung die zweitwichtigste Stufe bei der Planung eines Bauvorhabens.

Anhand der abgeschlossenen Ausführungsplanung wird erfasst, welche Bauleistungen und Materialmengen für den Bau nötig sind. Gleichzeitig sind auch die Arten und Größen der Baustoffe auf Grundlage Werkplan heraus zu kalkulieren.

Was beinhaltet eine Werkplanung?

Die Werkplanung sollte immer im Maßstab 1 : 50 erstellt werden, da sie auf dem Bau als Teil der konkreten Bauvorlage dient. Die Planung sollte eine möglichst detaillierte Darstellung der zu leistenden Arbeiten enthalten. Dies verringert die Gefahr, dass es auf der Baustelle zu Missverständnissen kommt. Im Folgenden erläutern wir die Einzelheiten vom Werkplan genauer.

Detaillierte Zeichnungen

Ein wichtiger Part bei der Ausführungsplanung sind die Zeichnungen des Grundrisses sowie der Gebäudeschnitt des Bauvorhabens. In den Zeichnungen werden auch relevante Details der statischen Planung, die Planung der Haustechnik sowie die brandschutzrelevanten Ausschnitte berücksichtigt. Sie dienen auf der Baustelle zur Orientierung bei der Umsetzung. Die zeichnerischen Darstellungen werden daher vielfach im Maßstab 1 : 50 oder 1 : 1 dargestellt. Grundrisse und Schnitte haben einen Maßstab von M 1 : 50, Details dagegen einen Maßstab von M 1 : 20 oder gar M 1 : 1. Für die Linientypen und die Linienstärken auf den Zeichnungen kommt die DIN 1356 zum Tragen. Schraffuren kennzeichnen geschnittene Bauteile.

Ausführliche Beschreibungen

Neben den Aspekten der detaillierten Zeichnungen gehören zum vollständigen Werkplan auch ausführliche Beschreibungen in Form von Text mit den notwendigen Angaben. So kann aus den Ergebnissen der Leistungsphase 5 (Werkplan) das Leistungsverzeichnis mit allen wichtigen Leistungsphasen rund um das Gebäude erstellt werden. Dies ist wiederum bei der Erstellung von Angeboten richtungsweisend. Insbesondere für die Mengenermittlung der Materialien ist die ausführliche Beschreibung sehr wichtig.

Pläne zu den Grundrissen

Die wesentlichen Punkte für die Pläne der Grundrisse und des Entwurfs müssen in der Ausführungsplanung eingetragen werden.

Wichtig bei der Erstellung ist der gut erkennbare Nordpfeil. Dieser zeigt zweifelsfrei, dass Norden an der oberen Planseite, Süden an der unteren sowie rechts Osten und links Westen bei den Plänen liegt.

Im Plankopf müssen Angaben zu Bauherr, Planer oder Verfasser, Ort und Lage, Änderungsvermerke mit Datum, Namensnennung sowie eindeutige Planangabe und Angaben zum Maßstab enthalten sein.

Des Weiteren beinhalten die Pläne folgendes:

  • alle Maße zum Nachweis der Raumflächen und des Rauminhaltes

  • Angabe der statisch relevanten Bauteile

  • Quadratmeterangabe für die Raumflächen bezogen auf den Rohbau

  • Höhenangaben, Lage des Bauwerkes über NN

  • Maße aller Bauteile

  • Tür- und Fensteröffnungen mit Öffnungsrichtung

  • Treppen und Rampen mit Angabe der Steigungen und Steigungsverhältnisse

  • Angabe der Baustoffe, soweit nicht in der Tragwerks- und Ausführungszeichnungen zu entnehmen sind

  • bei Änderungen bestehender Anlagen, die Angaben über zu beseitigende und /oder neu zu errichtenden Bauteile

  • Einarbeitung der vorgelegten Angaben für Aussparungen und Einbauteile

  • Einbauschränke und Kücheneinrichtung (wenn Küchenplanung vorhanden)

  • Verlauf der Grundleitungen

  • Angaben über die Dränung

Pläne zum Schnitt

Die Pläne der Schnitte enthalten folgende Details:

  • Nennung und Bezeichnung der Geschosse

  • Angaben der lichten Raummaße

  • Stärken der Decken

  • Angaben der Durchgangshöhen von Fenster und Türen

  • Anschlüsse von Außentreppen, Terrassen, Balkonen

  • Ausbildung von Gauben oder Dachausstiegen

  • Verlauf der Grundleitungen

  • Anschlüsse der Hauszuleitungen für Wasser, Strom, Gas

Ansichtspläne

  • Bemaßung der Angabe zur Höhe des Hauses, soweit nicht aus Grundriss oder Schnitt ersichtlich

  • Fenster und Türen mit Angabe der Teilung und Öffnungsart

  • Sanitär und entsprechende Anlagen

  • Dachrinnen und Regenfallleitungen

  • Schornsteine und sonstige technische Anbauten

Wer ist für die Werkplanung zuständig?

In vielen Fällen werden Architekten mit der Ausführungsplanung beauftragt. Anders sieht es beim Schlüsselfertigbau aus. Verantwortlich ist hier der Totalunternehmer. Es können auch Fachingenieure bei der Ausführung Werkplan eine wichtige Rolle spielen. Dem Bauherren bzw. dem Auftraggeber obliegt die Aufgabe der Prüfung.

Was ist eine Fortschreibung der Werkplanung?

Die Werkplanung endet nicht mit dem Beginn der Bauphase. Es besteht sogar eine Verpflichtung zur Fortschreibung der Ausführungsplanung. Dies bedeutet, kommt es zu Änderungen während des Baus, dann müssen die gefertigten Ausführungspläne entsprechend angepasst werden. Hierzu erfolgt keine gesonderte Vergütung, außer wenn gemäß § 25 HOAI die bisherigen Planungsziele erhalten bleiben. Sobald die Planungsziele geändert werden, werden die Planungsleistungen als wiederholte Grundsatzleistung gemäß HOAI abgerechnet.

Eine Pflicht zur Fortschreibung der Werkplanung besteht nur während der Bauphase. Sobald das Projekt fertiggestellt ist, erlischt die Pflicht. Sobald also das Bauvorhaben abgeschlossen ist, muss der Architekt keine weitere Ausführungszeichnung erstellen.  

Stellenwert einer Werkplanung

Sind Mängel in der Ausführungsplanung, kann der Entwurf nicht ohne Komplikationen umgesetzt werden. Aus diesem Grund muss die Ausführungsplanung immer mit größter Sorgfalt, Erfahrung und Können erstellt werden.

Zu Beginn der Planung muss in Zusammenarbeit mit einem Architekten, eine Planliste erstellt werden. Hierbei geht es um die Pläne im Einzelnen. Der Architekt sollte sich den kritischen Punkten annehmen. Bauherren sollten diese Punkte in der Ausführungsplanung sehr genau unter die Lupe nehmen und überprüfen. Dies hilft, Ärger und Kosten zu vermeiden.  

Mangelhafte Werkplanung

Verbergen sich in der Ausführungsplanung Mängel, dann wird dies meist erst nach Baubeginn entdeckt. Aufgetretene Mängel können in dieser Phase kaum noch behoben werden.

Allerdings kann sich ein Mangel auch schon vor Baubeginn zeigen. Dies ist der Fall, wenn Lücken im Leistungsverzeichnis sind, nicht zugelassene Materialien verwendet werden, Widersprüche in der Bekanntmachung auftreten oder es zu Doppelausschreibungen kommt. Ebenfalls ein Mangel sind nicht berücksichtigte Leistungen. Ist der Auftrag bereits vergeben, kann der Planer nur noch bedingt reagieren.

Kosten bei Mängeln

Oft sind teure Maßnahmen nötig. Es kann zu Nachtragsaufträgen, erhöhte Lohnkosten oder zu erhöhten Materialkosten kommen.

Haftung bei Mängeln

Für anfallende Kosten müssen die verantwortlichen Planer aufkommen. Allerdings müssen die Kosten durch den Auftraggeber nachgewiesen werden. Auch für Schäden am Bauwerk, welche durch falsches Material entstanden sind, ist der Planer verantwortlich. Der Schaden muss ebenfalls durch den Auftraggeber nachgewiesen werden.  

Wie kann man Fehler vermeiden?

Damit es erst gar nicht zu Fehlern kommt, ist ein sehr gutes Verständnis der VOB/A und VOB/C notwendig. Zusätzlich sollten die beauftragten Planer die relevanten DIN-Normen und die Bestimmungen des Landes kennen. Bei Auftragen vom Bund muss ein angepasstes Regelwerk zurate gezogen werden.  

Beispiel einer mangelhaften Werkplanung

Verzichtet der Architekt auf eine eingehende Beschreibung des Projekts, weil er annimmt, dass er auch die Bauleitung des Projekts übernimmt. Er ist dann der Meinung, dass viele Arbeiten mündlich mit den ausführenden Bauarbeitern und Subunternehmern abgeklärt werden können. In der Rechtsprechung wird eine solche Begründung jedoch abgelehnt, sodass Architekten sich hier einer fehlenden Planung schuldig machen.

Fazit zur Werkplanung

Eine gute Genehmigungsplanung sowie die Werkplanung fallen nicht vom Himmel. Daher müssen sie in jedem Fall sorgfältig erarbeitet werden. Je besser die Vorgaben in der Planung sind, umso besser kann der Auftrag ausgeführt werden.

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